Ralf Maucher – Gnosis

(c) 2014/2015

Die Borderline-Natur des Jesus von Nazareth durch die Bergpredigt belegt

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Ich werde morgen noch eine Darstellung veröffentlichen, die die Kernaussage von Mt 5,25 verdeutlicht. (Sie ist richtig.) Heute möchte ich anhand weniger Zeilen in der Bergpredigt auf die Borderline-Natur des Jesus von Nazareth hinweisen. Diese knappen Stellen belegen bereits seine abgespaltene Aggression.

Vom Töten und von der Versöhnung

MATTHÄUS 5, 21 – 26

21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.

22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

23 Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,

24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

25 Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen.

26 Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

In 21 und 22 verbietet Jesus Aggressionen. Nicht nur Mord und Totschlag (21), sondern sogar einfache “emotionale Abgrenzung” (22). Er tut dies aber mit aggressiven Drohungen.

In 23 und 24 verpflichtet er den Duldenden zur emotionalen Arbeit für den Auslösenden. (Auch das eine seltsame Einseitigkeit.)

In 25 und 26 soll in der ersten Lesart Frieden erzwungen werden (Auch dies deutlich gespalten.) Erst in der zweiten Lesart wird deutlich, daß man in Wahrheit und Gerechtigkeit gehen soll, um das irdische Schicksal zu erfüllen. (Hierzu die morgige Grafik.)

Insgesamt fällt auf, daß Jesus in den ersten beiden Absätzen implizit zu verbieten versucht, einen (berechtigten) Anspruch zu formulieren und durchzusetzen.

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