Ralf Maucher – Gnosis

(c) 2014/2015

Die Trauer über den Tod

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Ich habe mich in letzter Zeit in mehreren Fällen mit dem Tod beschäftigen müssen. Besonders in den Blickrichtungen auf das Erleben und Verhalten der Überlebenden – und das Erleben und Verhalten der Sterbenden.

Für mich selbst gilt, daß der Tod dann noch Trauer auslöst, wenn etwas Unerledigtes geblieben ist – zwischen dem Toten und mir. Damit wird, wenn alles bearbeitet ist, der Tod neutral – und im Hinblick auf eine gnostische Wirklichkeit sogar positiv: zum erlösenden Momentum.

Bei anderen habe ich in der Regel Trauer und Festhaltenwollen beobachtet – und bei der Beurteilung des Verstorbenen eine einsetzende Wirklichkeitsverschiebung hin zum Abbau von belastenden Erinnerungen, Gefühlen und Gedanken.

In mehreren Fällen z.B. bin ich auf Formulierung getroffen, wie: „Er hat gekämpft wie ein Löwe.“ (u.a. gegen den Leber-Krebs) Oder: „Er war ein ganz toller Mensch.“ Oder: „Er ist viel zu früh gegangen.“

Es ist nicht zielführend, wenn der Tod zu Verzerrungen der Wahrheit führt. Doch er tut dies systematisch: Im Kern folgen die emotional ausgelösten Erlebens- und Verhaltensweisen einer demiurgischen Konditionierung.

Schon die „Angst vor dem Tod“ oder das „wie ein Löwe gegen den Tod kämpfen“ sind im gnostischen Sinne Nichtnotwendigkeiten. Diese Motive dienen dem Demiurgen.

Die „Abneigung vor der Lüge“ und das „wie ein Löwe für die Wahrheit kämpfen“ wären die wahren Notwendigkeiten. Im Leben und im Sterben. Das, was Gott und der Seele dient.

Mit den falschen Emotionen und den falschen Kognitionen entstehen Kraftfelder, die der Seele des Verstorbenen im Jenseits schaden.

Eine wahre Bewertung und Beurteilung des Erlebten – und ein Loslassen des Verstorbenen mit einem Abtrauern des Unerledigten (oder Gewünschten) wäre – auch, wenn in der gemeinsamen Geschichte vieles nicht gelöst werden konnte – ein echter Dienst am Verstorbenen.

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